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Infografik: Das Medizinstudium in Deutschland

Infografik Medizinstudium in Deutschland

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Das Medizinstudium in Deutschland

Derzeit kann man Humanmedizin an 35 staatlichen Hochschulen sowie an vier privaten Hochschulen innerhalb Deutschlands studieren. Hier eine Karte mit allen medizinischen Hochschulen. Die Vergabe der Studienplätze, die sehr umkämpft sind, erfolgt nach einem komplizierten System, wobei einzelne Universitäten hier spezielle Ausprägungen haben. Wir haben die wesentlichen Informationen in einem Text zusammengefasst: Vergabe von Studienplätzen für Medizin in Deutschland.

Im Folgenden möchten wir Ihnen den Aufbau des Medizinstudiums erklären, der bei den deutschen Universitäten mehr oder weniger identisch ist.

Gliederung des Medizinstudiums an deutschen Universitäten

Da die Spezialisierungen innerhalb der Medizin erst nach dem Medizinstudium erfolgen, ist die Wahl des richtigen Studienstandorts aufgrund eines passenden Curriculums nicht so wichtig wie z.B. innerhalb eines BWL-Studiums. Die Curricula der Universitäten ähneln sich zudem stark. Wenn du jedoch im Ausland studierst und nach dem Vorklinikum oder Klinikum nach Deutschland wechseln möchtest, müssen auch die belegten Module im Ausland äquivalent zu den deutschen Modulen sein, damit das Weiterstudieren reibungslos funktioniert. Es empfiehlt sich daher auf jeden Fall vor einem Wechsel aus dem Ausland frühzeitig bei der Wunschuni in Deutschland nachzufragen, ob und wie die erbrachten Leistungen anerkannt werden.

In Deutschland ist das Medizinstudium folgendermaßen aufgebaut:
Vorklinik, bestehend aus

  • 4 Semestern Regelstudienzeit (1.- 4. Semester)
  • 3-monatigem Krankenpflegepraktikum

1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, dem sogenannten Physikum
Klinik, bestehend aus

  • 6 Semestern Regelstudienzeit (5. – 10. Semester)
  • 4-monatiger Famulatur in den Semesterferien

Praktisches Jahr

  • je 4 Monate Innere Medizin und Chirugie im Krankenhaus plus ein Wahlfach im Krankenhaus oder Allgemeinmedizin
  • 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung → mit Bestehen kann die Approbation angestrebt werden

Ablauf des Vorklinikums

Die Vorklinik soll vor allem einen ersten Einblick in die in fundamentale naturwissenschaftliche Fächer schaffen. Der angehende Medinziner soll mit dem nötigen naturwissenschaftlichen Rüstzeug ausgestattet werden, das zum weiterführenden Verständnis der späteren Klinik dient.

Die Reihenfolge der Module ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich, allerdings werden meist folgende Kernbereiche abgedeckt:

  • Terminologie
  • Berufsfelderkundung (inklusive Praktikum)
  • Biologie
  • Chemie
  • Physik
  • Medizinische Psychologie/Soziologie
  • Anatomie
  • Physiologie
  • Biochemie
  • Wahlfach

Es muss jeweils eine mündliche und/oder schriftliche Prüfung abgelegt werden. In der Regel gibt es 2 bis 4 Wiederholungsversuche, bei 3-5maligem Nichtbestehen erfolgt die Exmatrikulation.

1. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung

Nach der Vorklinik folgt das sogenannte Physikum. Voraussetzung zur Teilnahme sind mindestens vier Semester Studium in der Vorklinik und das Bestehen aller Scheine inklusive Wahlfach. Die Prüfung findet an insgesamt zwei Tagen statt. Die Studenten haben für die Beantwortung von den jeweils 160 Fragen vier Stunden Zeit. Am ersten Tag finden die Prüfungen in Physik, Physiologie, Chemie und Biochemie statt und am zweiten Tag die Prüfungen für Anatomie, Biologie, Soziologie und Psychologie.

Die Bestehensgrenze liegt bei ca. 60 %.
320 Multiple-Choice-Fragen aus den Fächern Physiologie/Physik(80 Fragen) und Biochemie/Chemie (80 Fragen) am ersten Tag sowie Anatomie/Biologie (100 Fragen) und Psychologie/Soziologie (60 Fragen) am zweiten Tag
1 Tag mündliche Prüfung mit den Schwerpunkten Anatomie, Biochemie/Molekularbiologie, Physiologie

Nach Bestehen dieser Prüfung kann der klinische Studienabschnitt begonnen werden.

Klinischer Studienabschnitt

In diesem Studienabschnitt soll den zukünftigen Medizinern vor allem ein breites Grundlagenwissen vermittelt werden. Dafür müssen folgende Vorlesungen und Kurse besucht werden:

  • Allgemeinmedizin
  • Anästhesiologie
  • Arbeitsmedizin und Sozialmedizin
  • Augenheilkunde
  • Chirurgie und Unfallchirugie
  • Dermatologie und Venerologie
  • Frauenheilkunde und Geburtshilfe
  • Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
  • Humangenetik
  • Hygiene, Mikrobiologie und Virologie
  • Innere Medizin
  • Kinderheilkunde
  • Klinische Chemie und Laboratoriumsdiagnostik
  • Neurologie
  • Orthopädie
  • Pathologie
  • Pharmakologie und Toxikologie
  • Psychiatrie und Psychotherapie
  • Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Rechtsmedizin
  • Urologie
  • 1 Wahlfach

Im Gegensatz zum Vorklinikum werden die Leistungen innerhalb der einzelnen Fächern benotet. Diese Noten sind in der Berechnung der Note der ärztlichen Prüfung unerheblich, erscheinen allerdings auf dem Notenzettel der ärztlichen Prüfung.

Und dies sind die Querschnittsfächer:

  • Epidemiologie, medizinische Biometrie und medizinische Informatik
  • Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin
  • Gesundheitsökonomie, Gesundheitssystem, Öffentliches Gesundheitswesen
  • Infektiologie, Immunologie
  • Klinisch-pathologische Konferenz
  • Klinische Umweltmedizin
  • Medizin des Alterns und des alten Menschen
  • Notfallmedizin
  • Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie
  • Prävention, Gesundheitsförderung
  • Bildgebende Verfahren, Strahlenbehandlung, Strahlenschutz
  • Rehabilitation, Physikalische Medizin, Naturheilverfahren
  • Palliativmedizin
  • Schmerzmedizin

http://www.gesetze-im-internet.de/_appro_2002/__27.html

Famulaturen

In der vorlesungsfreien Zeit ist eine 4-monatige Famulatur vorgesehen. 2 Monate Famulatur müssen in einem Krankenhaus absolviert werden, 1 Monat in einer ambulanten Einrichtung und 1 Monat, bei dem selbst entschieden werden kann, ob die Famulatur innerhalb einer ambulanten oder stationären Einrichtung stattfinden soll.

Praktisches Jahr

Nach Bestehen aller Prüfungen innerhalb des klinischen Studienabschnitts folgen 12 Monate praktische Tätigkeit in einer Universitätsklinik oder einer von der Universität anerkannten Klinik. Das praktische Jahr ist in drei Tertiale aus jeweils 16 Wochen gegliedert:

  • 1 Tertial Innere Medizin
  • 1 Tertial Chirugie
  • 1 Tertial Allgemeinmedizin oder ein vom Krankenhaus angebotenes Wahlfach

Hier soll eine praktische Anwendung des im Studium erlernten Wissens stattfinden, so dass eine selbstständige Arbeit als Assistenzarzt möglich ist.

2. Teil der Ärztlichen Prüfung

Mit dem Bestehen des 2. Teils der ärztlichen Prüfung wird automatisch die Approbation und damit einhergehend die Befugnis zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit erworben. Die schriftliche Prüfung findet an 3 aufeinander folgenden Tagen statt und dauert jeweils 5 Stunden. Der mündliche Teil findet an zwei aufeinander folgenden Tagen statt und dauert jeweils 45 bis 60 Minuten. Im schriftlichen Teil sind besonders folgende Wissensbereiche in der Prüfung gefragt:

  • körperliche Untersuchungen
  • Anamneseerhebung
  • Labordiagnostik
  • Stellen von Diagnosen
  • Pathologie
  • Therapieplanung
  • Prävention
  • ethisches Verhalten gegenüber Patient und Angehörigen

Im mündlichen Teil werden die Fächer Chirurgie und Innere Medizin sowie das jeweilige Wahlfach geprüft. Zudem erfolgt die Zuteilung eines Patienten, dessen Behandlungsablauf umfassend zu planen ist. Für die endgültige Benotung des 2. Teils der Ärztlichen Prüfung werden die Noten des schriftlichen und mündlichen Teils addiert und durch 2 geteilt. In der Gesamtbewertung wird 1/3 der Note des 1. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung und 2/3 der Note des 2. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung gewertet und durch 3 geteilt. Insgesamt kann der 2. Teil der Ärztlichen Prüfung maximal zweimal wiederholt werden.

Mit Bestehen des 2. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung kann eine Dissertation eingereicht werden sowie der Antrag auf Approbation gestellt werden. Hierzu sind ein Gesundheitszeugnis sowie ein Führungszeugnis Voraussetzung. Durch die Approbation wird die Ausübung der ärztlichen Tätigkeit ermöglicht.

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