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Junge Ärzte sollten mutiger zu ihren Vorstellungen stehen! Hartmannbund-Chef Klaus Reinhardt zeigt sich in einem Interview mit der Ärzte-Zeitung kritisch gegenüber den Arbeitszeiten von Nachwuchsärzten und fordert mehr Mut seitens der jungen Ärzte sowie einen Kulturwandel der Arbeitszeit in den Krankenhäusern. Besonders der Umgang mit Überstunden wird von Klaus Reinhardt bemängelt. Früher hieß es häufig, dass Überstunden eine kostenlose Fortbildung seien – von diesem Ansatz sollten sich die Nachwuchsärzte in ihrer heutigen, komfortablen Arbeitsmarktsituation allerdings verabschieden.

Nachwuchsärzte in guter Verhandlungsposition

Klaus Reinhardt

Klaus Reinhardt (Foto: Hartmannbund)

Heutzutage haben Nachwuchsärzte eine gute Verhandlungsposition. Vor dem Hintergrund des deutlich spürbaren Ärztemangels und der teilweise händeringenden Suche nach gut ausgebildeten Nachwuchsärzten sollten junge Ärzte ihre eigenen Vorstellungen klar formulieren – doch dies ist häufig nicht der Fall. Auch wenn der Arztberuf kein klassischer Nine-To-Five-Job ist, sollten Jung-Ärzte ihre gute Verhandlungsposition nutzen, um einen Anspruch auf planbare Arbeitszeiten und eine bessere Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Freizeit geltend zu machen.

Gesetzliche Überstunden-Regelung kein Thema

Für Reinhardt sind gesetzlich verankerte Überstunden-Regelungen allerdings kein Thema. Die bestehenden Spielräume sollten demnach ausreichend sein und können für die Klinikleitung und Ärzte im Sinne der Flexibilität durchaus von Vorteil sein. Hierfür muss sich die Arbeitgeberseite allerdings fair verhalten. Viele Assistenzärzte fühlen sich bei einem Verzicht auf Überstunden unter Druck gesetzt und handeln im Endeffekt nicht im eigenen Sinne. Klaus Reinhardt sieht dabei vor allem im Verhältnis zwischen leitenden Ärzten und der jungen Ärztegeneration erheblichen Nachholbedarf.

Politiker müssen sich stärker für Ärzte einsetzen

Reinhardt kritisiert, dass viele Politiker sich erst dann für die Ärzteschaft einsetzen, wenn am Ende der Kette die Versorgung der Patienten gefährdet ist. Allerdings sollte hierbei nicht nur die Politik zur Rechenschaft gezogen werden. Auch die Ärzte haben mit ihrer komfortablen Arbeitsmarktsituation genügend Gestaltungsmöglichkeiten, die genutzt werden können. Das Thema Patientenschutz ist von der Politik bislang allerdings noch größtenteils unbeleuchtet geblieben, da viele Ärzte noch immer durch Einsatzzeiten weit nach Feierabend und damit einhergehend durch Verzicht auf Freizeit und eigene Bedürfnisse ihre Patienten versorgen.

Mehr Informationen zum Hartmannbund finden Sie hier: Website Hartmannbund


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