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Medizinstudium bei der Bundeswehr

Als Alternative zu einem Medizinstudium an einer staatlichen Universität kann die medizinische Ausbildung bei der Bundeswehr dienen. Dabei werden Studenten bei der Bundeswehr zu sogenannten Sanitätsoffiziersanwärtern ausgebildet. Die NC-Problematik bei der Bundeswehr ist zwar noch nicht so ausgedehnt wie an den staatlichen Universitäten, doch auch bei der Bundeswehr ist ein sehr guter Abiturdurchschnitt Voraussetzung. Bei besonders gutem Abschneiden in den übrigen Testverfahren kann im Einzelfall eine Zulassung jedoch auch noch mit einem etwas schlechteren Abiturschnitt mit einer zwei vor dem Komma erlangt werden, was an einer staatlichen Universität utopisch wäre.

Medizinstudium bei der Bundeswehr

Medizinstudium bei der Bundeswehr – durchaus eine interessante Option!

 

Zulassung für ein Bundeswehrstudium

Das Testverfahren besteht aus folgenden Teilabschnitten:

  • Computergestützter Eignungstest
  • Ärztliche Begutachtung
  • Sporttest
  • Bewerbergespräch
  • Gruppensituationsverfahren

Beim computergestützten Eignungstest werden die sprachlichen und mathematischen Fähigkeiten sowie das logische Denken, die Konzentrationsfähigkeit sowie das technische Verständnis der Bewerber getestet. Der Sporttest besteht aus drei Prüfungsstationen:

  1. Station: 11 x 10m Sprinttest
  2. Station: Klimmhang
  3. Station: 3000m Fahrradergometer

Das Bewerbergespräch findet mit einem Offizier und einem Psychologen oder einer Psychologin statt und soll einen persönlichen Eindruck des Bewerbers vermitteln. Beim sogenannten Gruppensituationsverfahren wird mit weiteren Bewerberinnen und Bewerbern eine gemeinsame Gruppendiskussion geführt. Zudem muss ein Kurzvortrag vorbereitet und vor anderen Bewerbern und Bewerberinnen vortragen werden.

Das Medizinstudium bei der Bundeswehr findet an einer öffentlichen Universität statt, da der Bundeswehr ein bestimmtes Kontingent an Studienplätzen zur Verfügung steht. Für die Dauer des Studiums werden die Studenten vom aktiven Dienst beurlaubt und erhalten ein Ausbildungsgeld in Höhe des dem Dienstgrad entsprechenden Gehalts. Im Gegensatz zum Medizinstudium an einer staatlichen Universität also ein riesiger Vorteil, da die Studenten bereits während des Studiums mit knapp 1.600 € netto pro Monat entlohnt werden.

Wie viele Medizinstudienplätze gibt es bei der Bundeswehr?

Bei der Bundeswehr kamen in den vergangenen Jahren auf rund 250 Studienplätze knapp 1300 Bewerbungen. Das Verhältnis von Bewerbungen zu Studienplätzen bei der Bundeswehr ist also mit der Ratio des normalen Medizinstudiums vergleichbar. Ein Studium bei der Bundeswehr unterscheidet sich jedoch ansonsten in vielerlei Hinsicht von einem regulären Studium. So wird neben dem Studium die militärische Ausbildung zum Offizier abgeschlossen. Vor Aufnahme des Studiums verpflichten sich die Studenten außerdem, mindestens 17 Jahre für die Bundeswehr zu arbeiten, bestehend aus rund 7 Jahren Studium und 10 Jahren Dienst als Militärarzt. Zahlreiche Versetzungen innerhalb Deutschlands sind dabei eher die Regel als die Ausnahme.

Vor- und Nachteile

Daher kündigen viele Bundeswehrärzte nach der verpflichtenden Zeit von 17 Jahren, um sich beispielsweise mit einer eigenen Praxis selbstständig zu machen. Aus der Angst vor der Entsendung in ein Kriegsgebiet ziehen Bewerber zudem häufig die lange Wartezeit einer Ausbildung an einer öffentlichen Einrichtung vor. Zudem besitzt der Medizinstudent bei der Bundeswehr weniger Freiräume als ein Medizinstand einer staatlichen Universität. Ein Urlaubssemester für eine Weltreise, ein verlängertes Studium, um weniger Leistungsdruck zu haben oder ein Au-pair-Aufenthalt während der Semesterferien sind eher Ausnahme als Regel.

Mit dem Sanitätsoffiziersanwärter (-in) bietet die Bundeswehr interessierten Abiturienten ein Studium mit guter Bezahlung und anschließender praktischer Tätigkeit in den Bereichen Human-, Zahn- und Tiermedizin sowie Pharmazie oder Lebensmittelchemie an. Hierdurch können Abiturienten den hohen NC der staatlichen Universitäten umgehen und Wartesemester vermeiden. Doch mittlerweile schnellt auch der Bundeswehr-NC immer weiter in die Höhe.

Medizin bei der Bundeswehr – oder Auslandsstudium?

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